L O L A
Lolas Lieblings-Liegestellung
Lola stapfte in mein Leben, wie es großpfotige ältere Damen nun mal gerne machen.
Ein kleines Gespräch unter Frauen und schon war alles klar.
Genau so lief es ab. Lola wurde mir von einer Tierschutzkollegin ans „Herz“ gelegt.
Lola befand inmitten mehrerer ehemaliger Vermehrerzuchthündinnen. Sie fiel nicht auf,
sie stellte sich hinten an, aber ihre Sehnsucht auf die erste Reihe blieb nicht unerkannt.
Lola war 11 Jahre alt, ihre Menschen waren ihrer überdrüssig, über die wirklichen Gründe kann und will ich nichts schreiben.
Vom ersten Moment an war es klar, Lola ist eine ganz besondere Dame. Ich durfte sie erleben, kann es jedoch nicht in Worte fassen.
Ihr Hundekumpel, Bruno, war von dieser Vergesellschaftung nicht begeistert, ich glaube ihm wäre eine jüngere Retriever Dame lieber gewesen, er war schon beleidigt und beachtete sie anfänglich nicht. Lola war’s egal, sie stapfte mit uns mit, genoss einfach ihr Leben.
Lola hatte eine Art einen Raum zu betreten, stehen zu bleiben und diesen Raum mit Liebe zu füllen. Sie wirkte mit ihrer charismatischen Erscheinung und zog sie alle in ihren Bann.
Sie machte mich sehr glücklich aber auch nach wenigen Monaten sehr unglücklich.
Ihr ging es von Tag zu Tag schlechter, wir wussten einfach nicht was sie hatte, welche
Krankheit sie unter Verschluss hielt. Sie hatte Zysten die ihr die Lebenskraft nahmen.
Sie wurde innerhalb von wenigen Stunden mit Infusionen stabilisiert und anschließend Notoperiert. Wir konnten nur hoffen, dass sie es schaffen würde. Ihr geschwächter Körper, ihr Alter sprachen nicht unbedingt für eine reibungslose Aktion. Aber meine Lola packte das und erholte sich sehr schnell von dem Eingriff. Es wurden nicht nur die Zysten entnommen, die Vorrichtung für die Welpenproduktion wurden gleich mit rausgenommen, sicher ist sicher.
Lola ging es gut, ihre Knochen waren an manchen Tagen schwer zu bewegen aber sie ließ sich dadurch nicht entmutigen. An schlechten Tagen machte ich mit ihr Bummelrunden,
sie zeigte mir immer wieder sehr deutlich, was sie sich für den Tag wünschte und was möglich war. Trotzdem war ich irgendwie immer in Sorge um sie, ich brauchte das aber auch,
denn noch nie vorher hatte ich einen Hund mit 11 Jahren bekommen, das war schon eine besondere Aufgabe für mich. Ich wollte ihr gerecht werden und ja keine Fehler machen.
Fast 2 Jahre gingen vorbei und irgendwann begann sie wieder krank zu werden, wieder tat ich
Alles um ihr zu helfen, um sie zu unterstützen. Ich wollte die Zeit anhalten, die Zeit mit ihr.
Lola ist am 31.August 2007, wenige Stunden nach der letzten Ultraschall-Untersuchung, sanft für immer eingeschlafen. Sie hatte wenn überhaupt nur noch wenige Stunden zu leben, allerdings wäre ihr Tod ein zu schmerzhafter gewesen und dass durfte ich auf keinen Fall zulassen.
Viele wunderbare Hunde haben mein Leben bereichert, aber Lola war einzigartig.
Ich vermisse sie über sie zu schreiben fällt mir immer noch schwer.
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Lola im Sommer 2007