Ben auf sich alleine gestellt
Also
kam er erstmal zu uns und wir meldeten es der Gemeinde. Allerdings
wollte die Gemeinde ihn für eine Nacht vorübergehend in einem Zwinger
am Klärwerk unterbringen. Dies lehnten wir entsetzt ab und baten an
ihn so lange in Pflege bei uns zu behalten, bis seine Familie gefunden
wurde. Wir machten uns auf dem Weg um nach ihnen zu suchen, die wir
dann auch fanden. Allerdings schockierte uns die Reaktion der Familie,
denn sie zeigten Desinteresse an ihn. Also blieb er erstmal bei uns,
bis wir ein neues Zuhause für ihn fanden, denn wir waren der Meinung,
wer so mit seinem Hund umgeht, sollte ihn auch nicht wieder bekomme
bzw. nie wieder einen Hund besitzen. Die Familie händigte lediglich
eine Flexi-Leine aus, die gleich in den Müll wanderte. Was anderes wie
ein Hundenapf oder Decke bzw. Hundekudde kannte er wohl nicht. Er
kannte ja nur Pfützen, aus dem er sein Wasser trank, wenn er Durst
hatte. Zu Fressen bekam er auch nicht regelmäßig, wenn dann haben die
Hilfsarbeiter seiner alten Familie, von ihrem eigenen Geld ihm ab und
an was zum Fressen gekauft. Einen Impfpass besaß er auch nicht, denn
seine Familie war der Ansicht, dass Impfungen überflüssig seien und nur
Geld kostet, genauso wie das Chippen. Im nach hinein erfuhren wir dann
wie er gehalten wurde und wir waren froh, das wir ihn aufgenommen
haben. Wer weiß was sonst noch passiert wäre! Laut Aussage der Nachbarn
wurde das Veterinäramt über die Haltung und Zustände informiert. Sie
kamen zwar, aber unternahmen rein gar nichts. Denn laut Veterinäramt
bekäme er Fressen, Trinken und einen Schlafplatz. Sein Schlafplatz
allerdings bestand aus einem Loch im Garten, den er selber gebuddelt
hatte. Dabei war er sich selbst überlassen und wurde zwischen zwei
Bäumen mit einem Draht fest gebunden. Das er ständig weglief war
offensichtlich, denn dazu hatte er keine Lust. Als er 5 Mon. alt war
wurde er von einem Auto erfasst und am linken Bein verletzt. Es waren
die Nachbarn, die ihn Tierärztlich versorgen lassen haben und nicht
seine Familie. Sie kommentierten, dass ihm nichts fehlen würde und sie
kein Geld für eine belanglose Untersuchung verschwenden.
Wir waren entsetzt und wütend, vor allem weil das Veterinäramt nichts unternahm.
Eigentlich
hatten wir vor, für Ben ein geeignetes Zuhause zu finden. Es kam aber
anders, denn er hat sich in unser Herz eingeschlichen und wir konnten
ihn nicht mehr hergeben. Er durfte für immer bleiben und ist nun ein
Familienmitglied, worüber wir sehr Glücklich sind. Leider hatten wir
viel sehr viel Arbeit mit ihm, denn er hatte null Gehorsam, wie denn
auch. Es hatte sich ja sonst niemand um ihn gekümmert bzw. gearbeitet.
Ben
war anderen Rüden gegenüber sehr Dominant und Erziehung kannte ich nur
in Form von Schlägen. Zum ersten Mal kümmerte sich jemand um ihn,
bekommt regelmäßiges Fressen in seinem eigenen Fressnapf, hat eine
bequeme Hundekudde und wird sogar tierärztlich versorgt.
Mittlerweile
ist Ben geimpft, gechipt und musste aufgrund seiner Hormonschwankungen
Kastriert werden. Nach der Kastration ist er sogar ruhiger geworden
und verträgt sich mittlerweile mit anderen Rüden. Sein Gewicht hat sich
auch wieder stabilisiert, das er jetzt wieder sein normales Gewicht
hat.
Heute ist er ein ausgeglichener, gut sozialisierter Rüde, der uns viel Freude bereitet.
Da
unsere Familie im Tierschutz aktiv ist, kommen hin und wieder
Pflegehunde zu uns ins Haus, wobei er uns unterstützt und wir uns
immer auf ihn verlassen können.
Ben spielt leidenschaftlich mit dem
Ball und läuft gerne neben dem Fahrrad. Da er ein feinfühliger und
ruhiger Rüde ist, begleitet Ben mich ab und an ins Altenheim wo ich
arbeite und besuche dort bettlägerige Bewohner. Ben kann sich auf die
Menschen dort einstellen und ihn stören die unterschiedlichsten
Geräusche oder Gerüche nicht.
Im Gegenteil, er bekommt ganz viele Streicheleinheiten und Leckelis.
Leider
hat Ben auch ein Defizit, das von seinem alten Autounfall herrührt. Er
hat ganz große Angst im Auto zu fahren, deshalb bildet er extremen
Speichel und übergibt sich jedes Mal.
Da das Autofahren ihm so viel
Stress bereitet vermeiden wir lange Autostrecken. Wenn wir dann doch
mit dem Auto fahren z.B. in Urlaub, bekommt er ein leichtes Beruhigungsmedikament.
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