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Bonny Bernstein, ehemalige Zuchthündin

Bonny, einen Tag nach ihrem Einzug


Bonny Bernstein – Mein Herzhund

Bonny wurde an einem verregneten Abend im März 2007 von einer Tierschutzkollegin gebracht.

Im Auto saßen zwei Labrador-Damen. Bonny  und ihre schwarze „Kollegin“ durften die Zuchtanlage verlassen. Die beiden Damen waren sehr aufgeregt und es hieß erst einmal,

ab in den Garten und schnüffeln und die müden Knochen nach der langen Autofahrt ausschütteln.

Wir standen beieinander die Mädels ließen sich das nicht zwei Mal sagen. Sie rannten im Garten umher, tobten ausgelassen und landeten beide zu meinem Entsetzen im Teich.

Das war der Gong für noch mehr Wasserspaß. Rein raus wieder eine Runde gedreht und wieder rein ins Nass und wieder raus.

Einerseits war es schön mit anzusehen wie viel Spaß die beiden Mädels hatten, andererseits war es schon dunkel, nasskalt und wir waren wirklich nicht so glücklich darüber.

Nach 10 Minuten war Ende angesagt, die beiden Damen eingesammelt.

Die schwarze Labrador-Dame wurde trocken gerubbelt und ins Auto gepackt, sie hatte noch ein Stück Reise vor sich, meine Bonny wurde ebenfalls trocken gerubbelt, nur für sie hieß es Abschied nehmen, endgültig vom alten Leben und Abschied von tierischen Freunden.

Da saßen schon zwei Damen in der Diele und warteten, was sich denn vor der Wohnungstüre so  regt.

Die eine war meine Grand Dame „Lola“ und die andere meine einjährige zarte Frieda .

Bonny hatte keine Probleme mit meinen beiden, es lief vom ersten Augenblick harmonisch ab.

Welch ein Glück.

Bonny war in keinem sehr guten Zustand. Das Gesäuge war ausgeprägt, hing in großen Lappen unter ihrem Bauch und klatsche wenn sie schneller ging, links und rechts gegen ihre Seiten. Ihr Fell war in einem nicht guten Zustand, aber nichts was man nicht hinbekommen konnte.

Bonny lebte sich sehr schnell ein und sie war eine offene liebevolle wunderbare Hündin.

Sie war vom ersten Moment an da, lief mit uns mit, spielte mit meiner Frieda, Oma Lola

wurde respektvoll behandelt. Sie wich nicht von meiner Seite, spielte wie ein junger Hund und hatte eine Energie und Lebensfreude, ein Labbi-Wunder im zarten Alter von nur 7 Jahren.

Leider brachte sie neben ihrer sonnigen Art auch Gesäugetumore mit, die operiert werden mussten. So oder so, die Dinger sollten nun doch schnell entfernt werden.

Sie war sicher eine produktive Hündin die vielen Welpen das Leben geschenkt hat.

Durfte sie die Zuchtstätte verlassen, wegen den Tumoren am Gesäuge, wenn ja, war es ihr

Glück.

 

 

Ich stellte Bonny meiner TÄ vor und es wurde beraten, mit der TS-Orga Rücksprache genommen.

Ich ließ sie operieren und übernahm die Kosten für die OP.

Die Tierschützer die sich privat engagieren, finanzieren sich aus der eigenen Geldbörse.

Es dauert viele Flomärkte, Patenschaften, priv. Spenden später um vielleicht ein kleines Polster für einen neuen Pflegefall zu schaffen.

Da das riesige Gesäuge ihre Lebensqualität doch sehr beeinträchtigte und wir davon ausgehen mussten, dass bald neue Tumore dazu kommen könnten, wurde bis auf 2 Zitzen vorne, die gesamten Gesäugelappen entfernt.


Eine sehr schwere Operation die 3 Stunden dauerte. Ein Eingriff den meine TÄ durchführte war der erste dieser Art. Die Stunden gingen dahin und je länger es dauerte umso nervöser wurde ich. Irgendwann am Abend kam er Anruf, ich darf Bonny holen.  Wir trugen sie in einer Decke gehüllt ins Auto und zu Hause in der gleichen Decke in die

Wohnung. Ich hatte ihr ein wunderbares weiches warmes Lager vorbereitet, dort legten wir sie hin und deckten sie zu.

Bonny schlief und schlief, stöhnte im Schlaf ab und zu mal vor sich hin, erst morgens um 1.30h  stand sie das erste Mal auf und wollte in den Garten.

Bloß aufpassen, dass sie nicht stürzt, sie darf die kleine Stufe auf der Terasse nicht verfehlen, bitte nicht stolpern.

Ich war so froh, dass sie endlich wach war, denn einige Stunden vorher, habe ich ihr alle 15 Minuten Wasser zugeführt, damit die Narkose endlich aus ihrem Körper wich.

Es ging alles gut, sie legte sich wieder auf ihr weiches Bett und schlief weiter.

Das vor uns 2 Wochen lang große Sorgen und viele postoperative Probleme erwarteten, konnte ich in diesem Moment nicht ahnen.

Es war schlimm, für mich zu sehen wie anstrengend und schmerzhaft die OP für meine Bonny war, ich fühlte mich sehr schlecht und verantwortlich weil ich ihr das zugemutet habe. In der ersten Woche kam meine TÄ, die 24-Stunden rufbereit zur Verfügung stand, täglich und Bonny ließ alle Nachbehandlungen  über sich ergehen, dass ich mich immer wieder gefragt habe, wo nimmt diese wunderbare Hündin das Vertrauen her, das Vertrauen in uns? Zwei Wochen die hätten nicht anstrengender aber auch nicht schöner sein Können. Jeden Tag einen winzig kleinen Schritt Richtung Heilung, geschlafen haben wir beide nicht, Bonny weil sie Schmerzen hatte, ich wollte und durfte nicht schlafen um sie nicht alleine zu lassen.

Zwei Wochen lang, und wir waren beide am Rande unserer Kräfte. Zwei Wochen später und wir hatten es geschafft.

Alle Probleme hatten wir im Griff, die riesige Narbe blieb endlich geschlossen und ihre Schmerzen waren Vergangenheit, so wie ihr Leben als Zuchthündin.

So gingen die Tage ins Land, sie fühlte sich wohl und geborgen, sie war eine Pflegehündin die für mich etwas ganz besonderes war. Sie rannte mit den anderen Hunden um die Wette, sie behielt mich bei allem was sie machte im Auge, blieb in meiner Nähe und war zärtlich freundlich und immer gut gelaunt.

 

Bonny hat ihre Familie gefunden und sie ist eine glückliche ehemalige Vermehrer-Zuchthündin, die ihr altes Leben sehr schnell abgestreift und die es verdient hat ihren Lebensabend zu genießen.

Sie sie ist mein Herzhund, meine Bonny Bernstein.

 

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Bonny, nach überstandener OP