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Tierschutzverein fordert Zoo Zajac zu Nachkontrollen bei Welpen-Käufern auf

24.01.2012 | 15:00 Uhr
Tierschutzverein fordert Zoo Zajac zu Nachkontrollen bei Welpen-Käufern auf
Ein kleiner Rauhaardackel wechselte als erster Welpe vom Zoofachgeschäft Zajac zum neuen Besitzer. Dominic Hietsch aus Essen taufte das junge Tier auf den Namen Motte. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Duisburg.   Weil sich Zoofachhändler Norbert Zajac von den Protesten nicht vom Welpenverkauf abbringen lässt, suchen Tierschützer den Kompromiss. Ein Hundeverein aus Oberhausen will für Zajac die Käufer zuhause kontrollieren. Zajac lehnt diese „Hausdurchsuchungen“ ab.

„Vom Welpenverkauf wird Norbert Zajac sich wohl nicht mehr abhalten lassen.“ Das hat nun auch Claudia Verlande verstanden, Vorsitzende des Tierschutzvereins „Happy Unafraid Naturals Dogs“ (H.U.N.D.) Oberhausen. Sie und ihr Verein kämpfen gegen Zoo Zajacs Geschäftsidee, seit Ende 2010 bekannt wurde, dass der Zoohändler kleine Hundebabys zum Verkauf anbieten möchte.

Nach mehreren persönlichen Gesprächen mit dem Unternehmer und wohl spätestens seit Zajac am vergangenen Freitag mit dem Hundeverkauf an den Start ging, ahnt sie: Er wird nicht aufhören. „Er ist stets absolut starr in seiner Haltung geblieben.“ Sie wirft ihm vor, er habe sich zu keinem Zeitpunkt auf die Tierschützer zu bewegt. Wenn sie und ihre Mitstreiter – am Montag demonstrierten vor dem Geschäft in Neumühl rund 200 Tierschützer – den Handel mit Welpen schon nicht stoppen können, wollen sie nun, so wörtlich, „Schadensbegrenzung“ betreiben.

Kontrollbesuche im Tierschutz gängige Praxis

Video
Zoo Zajac startet Hundeverkauf (3:17)


Der umstrittene Verkauf der Hundewelpen im Tiergroßhandel Zoo Zajac startete mit einem großen Medienrummel.
Große Demo gegen Zajac

Claudia Verlandes Vorschlag: „Zajac sollte mit den Welpen-Käufern vertraglich Vor-Ort-Besuche nach dem Kauf eines Hundes vereinbaren.“ Sie erklärt sich außerdem bereit, die Kunden-Besuche für das Zoofachgeschäft zu übernehmen. Eine solche Form der Vor- oder Nachkontrolle sei im Tierschutz eine gängige Praxis, sagt Verlande. Mitarbeiter von Vereinen, die Tiere weitervermitteln, machten sich häufig bei Besuchen der neuen Besitzer ein Bild davon, ob zwischen Hund und Herrchen alles so läuft, wie es laufen sollte: Hat der Hund genug Auslauf? Bekommt er artgerechtes Futter? Stimmt die Bindung zwischen Mensch und Tier oder zeigt sich bei dem Vierbeiner auffälliges Verhalten?

„Kontrolle heißt hierbei nicht, dass man auftreten muss wie ein Spitzel. Es geht eher um ein Gespräch und um sachliche Hilfe bei Problemen“, erläutert Verlande. Deshalb solle man besser von „Informationsbesuchen zum Wohle des Tieres“ sprechen. Gleich im Kaufvertrag sollten Kunden dem Zoofachhändler das Recht zu solchen Nachkontrollen einräumen, wenn es nach Verlande ginge: „Wer nichts Schlechtes im Sinn hat, wird sich hiergegen nicht wehren.“

Ende des Duisburger Tierschutzvereins – Ende der Nachbesuche

Zajac startet Welpenverkauf

Norbert Zajac hält nicht viel vom Vorschlag der Oberhausener Tierschützerin. „Diese ganze Aktion ist total sinnlos“, meint er. „Wir verkaufen bisher tausende verschiedene Tierarten – vom Nasenbär über den Fischotter bis zum Wellensittich.“ Noch nie sei ihm zu Ohren gekommen, dass seine Kunden die bei ihm erstandenen Tiere nicht artgerecht halten. „Warum sollten wir jetzt bei den Hunden mit Kontrollen anfangen?“

Zwar habe er auf seiner Internetseite bisher dafür geworben, dass Kunden sich freiwillig für einen Nachbesuch durch den Tierschutzverein Duisburg entscheiden könnten, aber die Kooperation habe sich nach dem Tod des Vereinsvorsitzenden Ernst-Joachim Saalfeld zerschlagen. Jetzt, wo der Verein in Auflösung begriffen sei, wolle man gänzlich von Nachbesuchen absehen – weder seitens der Zajac-Mitarbeiter, noch mit Hilfe von Tierschutzvereinen. Zajac gibt zu Bedenken, dass Klauseln, die ihm ein Recht auf Nachkontrolle einräumen, sittenwidrig seien. „In dem Augenblick, in dem die Kunden den Hund bezahlt haben, kann ich bei denen ja keine Hausdurchsuchung erzwingen.“

Gegner arbeiten an Bundestags-Petition zum Verkaufsverbot

Der Medienrummel rund um den Welpenverkauf bei Zoo Zajac ist groß. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Nichtsdestotrotz hofft Claudia Verlande weiter, dass sich Zajac auf ihr Angebot einlässt, „auch wenn unsere Forderungen als Tierschützer natürlich noch viel weiter gehen.“ So arbeitet sie derzeit an einer Petition an den Bundestag, mit der sie sich dafür einsetzen will, dass Welpen in ihrer Sozialisationsphase einen besonderen Schutz genießen. Faktisch will sie mit der Aktion ein Verkaufverbot von Welpen erreichen.

Norbert Zajac lassen die Proteste vor seinem Geschäft und gegen sein Unternehmen weiter ungerührt. Den Austausch mit den Demonstranten meidet er mittlerweile. Auch bei der bisher größten Demonstration von Zajac-Gegnern am Montag ließ er sich nicht blicken: „Ich will mich ja nicht andauernd nur beschimpfen und anschreien lassen.“ Er ist überzeugt, dass der Widerstand bald im Sande verlaufen wird – mal abgesehen von „einer Handvoll Hargesottener werden die Demonstranten nicht mehr lange durchhalten.“


Quelle: http://www.derwesten.de