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24. Januar 2010 - Der Count Down läuft -


Am 04.02.2010 wird Molly wohl hoffentlich ihre letzte OP durchstehen müssen.

Eine sicher nicht einfache und eine weitere schmerzvolle Erfahrung für unsere

Kleine. Die Gesäugeleiste samt Lymphdrüsen müssen entfernt werden.

Die OP ist wegen der Hinzubildungen, die zwar im Augenblick noch keine mittelbare Gefahr für Molly's Gesundheit darstellen, aus medizinischer Sicht dringend erforderlich.

Wir sind nervös, wir haben auch eine gesunde Angst vor diesem Eingriff.

Molly ist in einem sehr guten allgemeinen körperlichen Zustand so glauben wir,

dass wir uns nun für den richtigen Zeitpunkt entschieden haben.

Molly wird es auch dieses Mal schaffen, wir sind wie immer bei ihr, wir unterstützen

sie und glauben an ihre Kraft und ihren Lebenswillen.

Molly's Vertrauen in ihr neues Leben wächst täglich und wenn wir sie vor einigen Wochen noch schonen durften, indem sie morgens zu Hause blieb, während ich mit meinen beiden eigenen Hunden die große Runde gelaufen bin, lässt es Stand heute nicht mehr zu.

Sie gesellt sich dazu und macht auf sich aufmerksam.

 

Molly hat Stück für Stück den Retriever in sich entdeckt, ein ganz deutlicher Hinweis, immer gut futtern und auch dafür sorgen, dass wir merken, wenn der Napf mal nicht gefüllt ist.

Sie wiegt zwischenzeitlich schon 27kg, sie hat eine tolle Figur.

Der Tierarzt hat uns angeraten, lasst sie noch 1-2 kg zunehmen, die OP kostet viel Kraft und sie kann Kraft aus sich selbst schöpfen. Also, das Verwöhnprogramm wird fortgeführt.

Molly zeigt aber immer noch ausgeprägtes Misstrauen bei hektischen Bewegungen und größeren Menschenansammlungen. Sie sucht unsere Nähe oder die unserer Hunde.

In unserer Wohnung ist ihr Schlafplatz auch gleichzeitig ihr Rückzugs Ort.
Ihre Neugierde lässt sie jedoch nicht mehr in Panik oder schlimme Angstzustände verfallen. Bei Spaziergängen geht sie in unbekannten Situationen ganz eng am Körper, auf bekanntem Terrain geht sie dagegen freier und lockerer.

 

Sie zeigt keine Tendenz, an der Leine zu ziehen und ist leinenführig und es ist eine Freude mit ihr zusammen durch den Wald zu ziehen. Nach wie vor fährt sie nicht gerne im Auto, es entstehen Ängste und sie muss z.Zt. auch im Auto in unserer Nähe sein, daher wird sie auf die Rückbank gesetzt. Wir heben sie rein, raus springt sie von alleine.

Molly ist eine sehr sanfte und sehr weiche Hündin, etwas ganz besonderes. Das spüren wir jeden Tag und freuen uns wenn sie immer etwas Neues dazu lernt bzw. kennen lernt.




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01.02.2010

Der OP-Tag rückt näher und wir haben uns kurzfristig eine Auszeit gegönnt und sind nach Hessen gefahren.
Wir haben eine Freundin und ihr Rudel besucht.
Molly hat sich in einen älteren Golden Retriever "verguckt", sein Name Enjoy.
Ein sanfter und gemütlicher Rüde.

Wieder mal für Molly viele neue Eindrücke und sie hat sie gut weggesteckt.
Ja sogar das Autofahren hat sie dieses Mal sehr gut gemeistert.
Autofahren bedeutet hoffentlich jetzt dauerhaft, wenn das laut summende und brummende Teil endlich mal anhält und die Türen wieder geöffnet werden, Spaß, neue Umgebung neue Hunde neue Menschen.
Molly ist das erste Mal selbstständig ins Auto gesprungen.
Nun hoffen wir, dass jetzt der Gordische-Auto-Knoten geplatzt ist.
Während der Fahrt hat sie auf der Rückbank, mit unserer Tochter eng aneinander gekuschelt, geschlafen.

Sie liebt nach wie vor den Schnee, der hier in Hülle und Fülle liegt und täglich kommen ein paar cm dazu.
Wenn ich sie rufe, steckt sie voller Elan noch schnell ihr Köpfchen ein Stück tiefer in den Schnee.

Typisch Retriever steigert sich ihr Appetit und wenn sie dürfte wie sie möchte, würde sie es den ganzen Tag tun, mmmmh lecker lecker.

Nun folgt eine kleine Schreibpause und bereiten uns auf die OP vor.
Nach Molly's OP, sobald ihr postoperativer Zustand stabil ist, werden wir wohl hoffentlich nur mit guten Neuigkeiten das Tagebuch weiter führen.

An alle Molly-Fans und alle die sie lieb haben, drückt für Donnerstag ganz fest die Daumen, schickt vielleicht ein paar Schutzengel zur Unterstützung auf die Reise.

Bis bald

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05.02.2010

 

Molly hat die OP durchgestanden.

Heute mittag konnte sie aus der Klinik abgeholt werden und erholt

sich nunmehr in ihrer Pflegestelle.

 

Nun heißt es abwarten, hoffen auf einen reibungslosen Heilungsverlauf und Molly

wird sich in aller Ruhe von den Strapazen erholen können.

 

In einigen Tagen werden wir eingehend berichten.

 

08.02.2010


Molly's Operation verlief ohne Komplikationen.

Nach der Operation blieb sie zur Beobachtung eine Nacht in der Klinik.

 

Wir holten Molly aus der Klinik ab und umsorgten sie und hofften, dass es bald für sie aufwärts gehen würde. Sie war gut versorgt, die Schmerzmedikamente sorgten dafür, dass

Molly die erste Nacht recht gut überstand. Auch stand sie auf und ging langsam und auf wackeligen Beinen hinaus in den Garten um sich zu lösen.

 

Leider sind wir voller Sorge um sie, da sie nun doch einige postoperative Probleme hat.

Es bilden sich größere Mengen an Wundsekrete und Blut die der TA heute abgezogen hat.

Nach der „Entleerung“ sah man Molly an, dass sie sich ein wenig wohler fühlte.

Ihre Blutgerinnung macht uns mal wieder große Sorgen, sie ist sehr blass (weiße Schleimhäute) und sie mag nicht laufen. Sie liegt, hebt den Kopf ein wenig, wedelt mit

Ihrer Rute wenn wir sie ansprechen, aber sie mag nicht aufstehen. Sie löst sich im liegen und

wir achten darauf, dass sie sauber trocken und warm liegt.

Eine kleine Öffnung hat sich in ihrer Narbe gebildet, hier und da laufen kleinere Mengen an

Wundsekrete heraus.  

Ja, wir haben einige Stunden und Tage vor uns, in denen wir von der Hoffnung und des Bangens getragen werden. Trotzdem bleiben wir zuversichtlich, dass wir Dank der Unterstützung der Tierärzte auch dieses Mal siegen werden, siegen mit und für Molly

 

Falls Molly dennoch in den nächsten Stunden eine Bluttransfusion benötigen sollte, so stehen uns wieder Freunde und deren Hunde zur Seite.

 

Wir müssen uns ein wenig in Geduld üben, Molly Zeit lassen die fast 4-stündige Operation

zu verarbeiten und verkraften. Sie hat uns schon einmal bewiesen, was für eine Kämpferin

sie ist.

 

Traurig ist nur, dass ihr Zustand durch Menschen verursacht wurde, denen das Lebewesen Hund gleichgültig ist. Sie wollen nur das schnelle Geld und solange es diese

Menschen und die „Hauptsache der Welpe kostet fast nix“ Welpenkäufer gibt, also Angebot und Nachfrage den Markt bestimmen, werden so wunderbare Mädchen ausgebeutet zerstört und weggeworfen wie Müll.

Engagierte Tierschützer nehmen sich diesen kaputten Seelen und Körpern an und

versuchen alles, damit sie auch die anderen liebenden Menschen noch kennen lernen dürfen.

Molly ist ein Beispiel für Tausende von ausgebeuteten Rassehunden, die ihr Dasein im Dunkeln fristen und unsere Aufmerksamkeit und unser Handeln so dringend brauchen.


 

 

 

09. Februar 2010





Am 08. Februar 2010, am späten Abend, verschlechterte sich Molly's Zustand.

Wir standen zwischen Hoffnung und Angst, was wird nun werden.
Wir saßen bei ihr und sahen ihren Kampf, gaben ihr Zuversicht und streichelten sie,
wir sahen sie in Liebe an und wussten ganz tief in uns, dass kein Tierarzt ihr das geben konnte,
was sie sich wünschte.

Wir hatten die Wahl sie noch einmal in die Klinik zu bringen und ihr mit einer Blutspende,
die schon unterwegs war und am nächsten Morgen zur Verfügung stand, zu helfen.

Wir saßen die ganze Nacht bei ihr, sprachen mit ihr und machten ihr Mut sich zu entscheiden.
Sie war ruhig, entspannt und wartete mit uns.
Um 7.11 Uhr am nächsten Morgen schlief Molly dann in meinen Armen für immer ein.
Sie schaute mich an und verließ diese Welt.
Ich spürte, dass sie nicht voller Schmerz ging. Nein sie ging glücklich und zufrieden ihren Weg.
Molly hat für sich selber entschieden zu gehen und ich akzeptiere.
Viele Tage später erinnere ich mich, dass Molly Zeichen setzte und ich bin traurig und glücklich,
dass ich sie erkannt habe und in ihrem Sinne gehandelt habe.

Ich bin Molly unendlich dankbar, dankbar für die Zeit, die wir mit ihr verbringen durften.
Sie hatte ihre Familie schon längst gefunden, und sie konnte sich fallen lassen.

Es waren 3 wunderbare aber auch harte Monate, dennoch ich bin sehr glücklich sie gekannt zu haben.
„Sie war nicht von dieser Welt“ unser „Engel“ eine „ganz besondere Hündin“.

Danke meine liebe Molly.
Jenny mit Familie
Wallenhorst, den 18.02.2010

 

 

copyright © 2010 by J.Regenbrecht u. C.Kaiser

Molly

Mit den Flügeln der Zeit
Fliegt die Traurigkeit davon
(Jean de La Fontaine)